Burning Down The House – Lars und die Frauen & Robot und Frank

Lars und die Frauen
(c) Central Filmverleih

Diesen Sommer bin ich der großen Blockbuster ziemlich überdrüssig geworden. Ich kann keine gequälten Superhelden und animierten Wollknäule mehr sehen. Wo sind die echten Menschen hin? Ich habe sie bei mir im Heimkino gefunden. Die besten Independent-Produktionen begegnen einem meist auf Dvd und Blu-ray, so auch in diesen beiden Fällen. Was tut der Mensch, wenn ihm die Decke auf den Kopf fällt? Er holt sich Gesellschaft. Die beiden männlichen Außenseiter in diesen kleinen, aber feinen Tragikomödien bekommen allerdings von ganz besonderen Gästen Besuch.

Ryan Gosling (Crazy, Stupid, Love) war nicht immer das Sexsymbol, das inzwischen auch ein großes Publikum zu lieben gelernt hat. Es gab eine Zeit bzw. es gab Filme, in denen sein Waschbrettbauch und sein Lächeln nur zu erahnen sind. In der kanadisch-amerikanischen Produktion Lars und die Frauen aus dem Jahre 2007 mimt Gosling den Titelhelden, der so gar kein Frauenheld ist. In einer Kleinstadt im Norden der USA ist Lars (Ryan Gosling) dafür bekannt ein Außenseiter zu sein, der sich einsam vor seinen Mitmenschen zurückzieht. Das ändert sich allerdings an dem Tag, an dem er seinem Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen Frau Karin (Emily Mortimer) seine neue Freundin Bianca vorstellt. Zum großen Entsetzen des ganzen Dorfes handelt es sich bei Bianca um eine lebensechte Sexpuppe. Von da an entwickelt sich die zarte Liebesgeschichte von Lars und seiner ungewöhnlichen Internetbekanntschaft, die mit sehr viel Feingefühl und Ruhe erzählt wird. Ryan Gosling macht seine Sache als verschlossener Einsiedler sehr gut und ist (zur Beruhigung des weiblichen Publikums) unglaublich liebenswert. In so manchen Szenen schmilzt einem das Herz – insbesondere wenn Emily Mortimer als engagierte Schwägerin versucht seine Schüchternheit zu durchbrechen. Die Romantik spielt in diesem Liebesfilm eine untergeordnete Rolle. Stattdessen wird ein viel größeres Konzept von Liebe thematisiert. Das Regiewerk von Craig Gillespie gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.

Robot und Frank
(c) Senator Filmverleih

Es brauchen aber nicht nur einsame Herzen jemanden, der ihnen Gesellschaft leistet. Manchmal braucht auch ein grummeliger, alter Mann jemanden, der ihm den richtigen Weg zeigt. So einer ist Frank (Frank Langella), der „in einer nahen Zukunft“ seinen Ruhestand in aller Abgeschiedenheit zu genießen versucht. Dem ehemaligen Diamantendieb juckt es aber immer noch sehr in den Fingern, so dass es ihm gar nicht passt, als sein Sohn (James Marsden) ihm einen Pflegeroboter ins Haus holt. In Robot & Frank (2012) zeigt uns Regisseur Jake Schreier die Altenpflege der Zukunft, die von künstlichen Intelligenzen übernommen wird. Aber nicht nur der Protagonist Frank wird in seinem Alltag fortwährend von seinem Roboter begleitet, sondern die technischen Aushilfen sind fester Bestandteil dieser zukünftigen Welt geworden. Im Zentrum steht, wie bei einem Science-Fiction-Film zu erwarten, das Verhältnis zwischen Mensch und Roboter, wobei Frank und sein Pfleger den Ton angeben. In der Hauptrolle darf Schauspieler Frank Langella alle guten Sprüche für sich in Anspruch nehmen und das tut er auch bravourös. Ungefähr so stelle ich mir einen gealterten Daniel Ocean vor. Zu dem guten Dialogwitz kommt eine gelungene Story dazu, die mit einem wundervollen Ende aufwartet. Einzig auf Liv Tyler in der Rolle von Franks Tochter hätte ich verzichten können – zu blass und zu eindimensional.

Der richtige Mitbewohner kann so manches Mal das Leben in die richtige Bahnen lenken und er muss dazu nicht mal unbedingt atmen können. Der Hund als bester Freund des Menschen bekommt so langsam ernsthafte Konkurrenz. Lassie & Co. sehen bald alt aus…

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2 Kommentare

  1. „Lars und die Frauen“ find ich auch großartig. Sehr liebevoll und doch so herrlich skurril. „Robot und Frank“ habe ich noch nicht gesehen, steht aber schon auf meiner Liste. 😉

    Antwort
  2. Zwar schon sehr lange her, aber hindert ja nicht daran einen guten Film anzuschauen, wenn es denn lohnt. Von dem „Robot und Frank“ hatte ich bis heute auch noch nichts gehört, aber liest sich, als wenn es keine verschwendete Zeit ist, sich den Film mal anzuschauen.

    Auch wenn der Beitrag schon älter ist – trotzdem danke dafür!

    Viele Gruesse,
    Daniel

    Antwort

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