Can’t Buy Me Love – Verliebt in die Braut und About a Boy

Verliebt in die Braut(c) Sony Pictures

Verliebt in die Braut
(c) Sony Pictures

Das Leben könnte so einfach sein, wenn man sich keine Sorgen mehr um das liebe Geld machen müsste. Davon sollte man zumindest ausgehen. Bei meinem letzten verregnetem Sonntag-nachmittag habe ich mich mal wieder der leichten Filmkost gewidmet und bin dabei über eine besondere Eigenart der romantischen Komödie gestolpert. Mein Interesse wurde geweckt als ich bei der erneuten Sichtung altbekannter Filme über die Verdienstquellen so mancher Protagonisten dieses Genres nachgedacht habe. Da beweisen die Autoren nämlich gerne sehr große Kreativität. Jene Beobachtungen will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Wenn ein Mann die Hauptrolle in einer romantischen Komödie spielt, dann läuft es immer auf zwei Handlungsstränge hinaus: Entweder der schüchterne und sensible Außenseiter möchte seine Traumfrau erobern oder der notorische Playboy findet wider Willen seine große Liebe. Mit diesen Stereotypen arbeitet das Genre nun mal. In Verliebt in die Braut (2008) ist das nicht anders. Der ausschlaggebende Grund für das weibliche Geschlecht sich diesen Film anzusehen, liegt sofort auf der Hand: Patrick Dempsey, der McDreamy aus der abendlichen Ärtzeserie Grey’s Anatomy, ist für diesen Film das Aushängeschild. Er verkörpert hier den leichtlebigen Casanova Tom, der ein unbeschwertes Single-Dasein in New York führt. Seine engste Bezugsperson ist seine beste Freundin Hannah (Michelle Monaghan), in die er sich natürlich genau dann verliebt, als diese einen Anderen heiraten will. So will es die Logik der Hollywood-Liebe, die die platonische Beziehung zwischen besten Freunden im Kinofilm immer aufheben muss. Die plumpe Story mal beiseite gestellt, bietet die Komödie einige nette Details. So zum Beispiel die Art und Weise, wie Tom sein Geld verdient. Er ist der Erfinder des Kaffeerings, dem Pappteil, in das die heißen To-Go-Becher gesteckt werden und das vor verbrannten Finger schützt. Dank dem Patent daran hat Tom ausreichend Geld und muss keinem geregeltem Beruf mehr nachgehen. Da bleibt doch gleich viel mehr Zeit für die Liebe! Außerdem dürfte inzwischen auch der Nebenbuhler von Patrick Dempsey bekannt sein: Kevin McKidd spielt nämlich seit 2008 auch eine tragende Rolle im Seattle Grace Hospital. Der Film hat außerdem auch einen wirklich gelungen Soundtrack zu bieten, der mit jeder guten Kuschelrock-CD mithalten kann.

About a Boy(c) Universal Pictures

About a Boy
(c) Universal Pictures

In gleicher Weise ergeht es auch Hugh Grant im Londoner Großstadt-dschungel. In About a Boy (2002; deutscher Untertitel: Der Tag der toten Ente) pflegt er als überzeugter Single Will einen ebenso un-komplizierten Lebensstil.  Um seine Finanzen muss er sich auch keine Sorgen machen, denn er besitzt die Rechte an einem sehr beliebten Weihnachtssong, welche ihm sein Großvater vererbt hat. Auch hier also der urbane Mythos vom leichten Geld mit der richtigen Erfindung – es braucht nur einen Hitsong oder einen sinnvollen Pappring und schon hat Mann ausgesorgt. Frau hingegen muss sich in diesem Szenario als berufstätig und allein erziehend durchschlagen. In der Romanverfilmung von Nick Hornby könnten die Unterschiede kaum größer sein. In der Zusammenfassung lässt sich sagen, dass die Figur des Will vollständig weltfremd ist. Das zeigt sich besonders im Umgang mit Marcus (Nicholas Hoult), einem schüchternen Jungen, auf den er durch Zufall trifft und mit dem er eine Art Bündnis eingeht. Damit bekommt der Film auch bedeutend mehr Tiefgang als die Hollywood-Romanze, was von einer Nick Hornby Vorlage aber auch zu erwarten sein kann. Der Charakter des Will, der sich nicht mit der Welt um ihn herum auseinander zu setzen braucht, wird im Zusammenspiel mit dem unangepassten Marcus zusehends dekonstruiert. Das öffnet ihn aber schließlich auch für eine echte Liebesbeziehung mit seiner Angebeteten Rachel (Rachel Weisz).

Beide Filme überzeugen nicht nur mit den Einfälle ihrer Autoren, sondern vor allem deren schauspielerischer Umsetzung. Die Darsteller machen ihre Sache wirklich gut, auch wenn sie in beiden Filmen nicht gleichermaßen gefordert werden. Trotzdem macht es immer Freude ihnen zuzusehen und sie sind für einen unbeschwerten Filmnachmittag sehr zu empfehlen.

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2 Kommentare

  1. „About a Boy“ mag ich auch sehr, wenngleich er auch leider nicht an das Buch herankommt. Aus diesem Stoff wird übrigens zurzeit eine Serie entwickelt. Bin gespannt…

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    • Oh, ehrlich? Wie spannend! Das habe ich noch nicht mitbekommen. Zu dem Buch kann ich mal wieder nicht äußern. Aber ich höre bei Nick Hornby grundsätzlich, dass die Bücher den Filmen immer etwas voraus sind.

      Antwort

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