Virtual Insanity – 23 und The Social Network

23 - Nichts ist wie es scheint(c) Buena Vista International

23 – Nichts ist wie es scheint
(c) Buena Vista International

Nach über einem Jahr des Bloggens habe nun auch ich zu Facebook gefunden. Dafür gibt es keinen wirklich konkreten Grund. Ich habe meine Facebook-Abstinenz bisher auch sehr gut verwunden, aber dennoch ist es eben Fakt, dass das soziale Netzwerk für die meisten Blogger ein bewährtes Instrument darstellt und einem doch gerne mal etwas entgeht, wenn man nicht daran teilnimmt. Außerdem wurde aus meinem privatem Umfeld schon des Öfteren der Wunsch an mich herangetragen, dass ich mich doch bitteschön dort anmelden solle. Nun gehe ich mit Frag das Kino… diesen technologischen Schritt und werde ja sehen, was es mir bringen wird. Den heutigen Beitrag widme ich daher dem World Wide Web und seinen Anhängern.

Es war einmal, vor langer, langer Zeit, noch bevor es Likes und Tweets gab, das Internet… So müsste ich wohl die Jüngeren unter uns an den Film 23 – Nichts ist wie es scheint (1998) heranführen. Bei der erneuten Sichtung dieses Filmes ereilen den ein oder anderen mit Sicherheit sehr starke, nostalgische Gefühle. Eigentlich unglaublich in welch kurzer Zeit sich das Computerwesen und insbesondere das Internet entwickelt haben. Dieser rasante Fortschritt ist vor allem jenen PC-Spezialisten zu verdanken, die bisweilen gerne fanatische Züge aufweisen: Die Hacker. Einen davon portratiert der Regisseur Hans-Christian Schmid (Requiem) in diesem Film. Karl Koch sollte jedem Informatikstudenten hierzulande ein Begriff sein: Koch war in den 80ziger Jahren für den sogenannten KGB-Hack verantwortlich und stand in enger Verbindung zu dem Chaos Computer Club. Neben seinem technischen Know-How hegte Koch ein riesiges Interesse an Verschwörungstheorien und den Illuminaten, was ihn von seinem Hacker-Kollegen zeitweise isolierte. Der Film erzählt seine Geschichte – von seinen ersten Erfolgen mit dem Commodore bis zu seinem mysteriösen Ableben – und konzentiert sich dabei ganz auf die Persönlichkeit des Karl Koch. August Diehl (Was nützt die Liebe in Gedanken) leistet großartige Arbeit, Kochs zunehmenden Kontrollverlust über sich selbst darzustellen. Wer Diehl womöglich in Inglorious Basterds zu schätzen gelernt hat, darf seine Performance in 23 auf keinen Fall unbeachtet lassen.

The Social Network(c) Sony Pictures

The Social Network
(c) Sony Pictures

Ohne Verschwörungstheorien, aber dafür mit einem enormen Ego präsentiert sich der zweite IT-Profi: Mark Zuckerberg muss nicht mehr vorgestellt werden. Dieser Name ist untrennbar mit dem Internet-Phänomen verbunden, das mich nun auch in seinen Fängen hat. Dem legendären und steinreichen facebook-Gründer ist sogar die Ehre zuteil geworden, die Hauptrolle in David Finchers The Social Network (2010) zu spielen. Womit ich damit nicht meine, dass Mark Zuckerberg himself in dem Film auftritt. Seine Person ist lediglich Dreh- und Angelpunkt des Films und wird absolut hervorragend dargestellt von Jesse Eisenberg (Zombieland). Fincher (Fight Club) verfolgt aus seinem gewohnt konsum- und gesellschaftskritischen Blickwinkel die Gründungsgeschichte von facebook, zu der auch mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen gehören, die sich zwischen Zuckerberg und so ziemlich jedem, der in den ersten Stunden des sozialen Netzwerks beteiligt gewesen war, entwickelt haben. Insofern würde ich bei Finchers facebook-Portrait auch nicht von einer Erfolgsgeschichte sprechen wollen, weil der kritische Grundton des Films dafür zu deutlich hervortritt. Und trotz der größtenteils unsympathisch gezeichneten Charaktere bleibt der Zuschauer vollkommen an ihnen haften. Neben Eisenberg in der Hauptrolle, überzeugen Andrew Garfield (The Amazing Spiderman) und Justin Timberlake (Bad Teacher) als die wichtigsten Wegbereiter von Zuckerberg auf ganzer Linie. Im Zentrum steht aber immer die brillante Darstellung von Jesse Eisenberg, der mich bereits mit dem Dialog in der Eröffnungsszene in seinen Bann gezogen hat.

In den unendlichen Weiten des Netzes kann man nicht nur seinen Verstand verlieren, sondern auch seine Freunde. Ich hoffe natürlich das Gegenteil zu erreichen! Aber wenn uns diese Filme irgendetwas gelehrt haben, da ja wohl das: Handle it with care!

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3 Kommentare

  1. Eine schöne Kombination von Filmen. Ich muss ehrlich sagen, dass mich damals „23“ mehr beeindruckt hatte – wohl auch aufgrund des bedrückenden Endes. „The Social Network“ fand ich aber auch stark und ich hätte nie gedacht, dass der Facebook-Film so mitreißend hätte werden können.

    Antwort
    • Mir ging es da genauso wie dir. Mich haben beide Filme sehr positiv überrascht, weil ich bei beiden nicht erwartet hätte, dass sie mich am Ende so begeistern können.

      Antwort
  1. Filmforum Bremen » Das Bloggen der Anderen (08-03-13)

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