Let’s Dance – Center Stage und Pina

Center Stage [DVD]; ca. 9 EuroDiese Woche steht bei mir im Zeichen des Tanzes. Das war keine wirklich bewusste Entscheidung, sondern geht auf das TV-Programm und den DVD-Verleih meines Vertrauens zurück. Ich habe einem meiner Guilty Pleasures an einem arbeitsfreiem Morgen gefrönnt, um als Reaktion darauf die lang geplante Sichtung eines Werkes höherer Filmkunst in Angriff zu nehmen. Die hier vorgestellte Bandbreite reicht also von amerikanischen Teenie-Drama zu deutscher Theaterkultur. Ein Artikel der Extreme.

Ich vermute, dass sich jeder mal dabei ertappt hat, wie er sich total über ein Filmchen freut, dass in der Regel nur im Vor- und Nachmittagsprogramm der Privatsender läuft. Möglicherweise ist man krank oder hat Urlaub oder sonst einen guten Grund, um mitten am Tag fernzusehen. Ganz gleich warum, man trifft häufig auf alte Bekannte. Das sind die Filme, die man zwar nonstop konsumieren könnte, sie aber aufgrund ihrer schlechten Qualität niemals öffentlich in das heimische DVD-Regal stellen würde. Ich trete jetzt mal vor und bekenne mich zu einem meiner cineastischen schwarzen Schafe. Center Stage (2000) reiht sich nahtlos in die Kategorie Belangloses Teenager-Drama ein, mit dem Zusatz des Tanzes. Die Liebeleien junger Leute spielen sich in der American Ballet Academy ab und werden somit natürlich auch zum Sujet der tänzerischen Darbietung. Das kann man dem Film aber verzeihen, sofern man sich für Musik und Tanz erwärmen kann. Es wird mühevoll versucht das junge Zielpublikum ins Boot zu holen und dem Ballett-Tanz neue Coolness zu verleihen. Der Soundtrack wird von Jamiroquai angeführt und die große Pointe mündet natürlich darin, das klassische Ballett mit modernen Elementen zu entstauben. Wenn auch die Handlung vollkommen vorhersehbar verläuft und die Charaktere absolut stereotyp sind, ist die Bühnenshow nicht zu verachten.

Pina [Blu-Ray]Von den fiktiven Träumen einer amerikanischen Ballerina zu den realen Höhenpunkten des deutschen Tanztheaters: Nach dem überraschendem Tod von Tanz-Ikone Pina Bausch hat Wim Wenders ihr mit seiner Dokumentation Pina (2011) eine eindrucksvolle Hommage gewidmet. Darin empfindet das Wuppertaler Ensemble die Zusammenarbeit mit Bausch nach und es werden großzügige Einblicke in einige ihrer Bühnenstücke gegeben. Das Theater ist definitiv nicht mein Zuhause und ich hatte zuvor auch keinerlei Ahnung vom Tanztheater oder Bauschs Schaffen. Tatsächlich bin ich mit großem Respekt an den Film rangegangen, mit der Erwartung ganz und gar überfordert zu werden. In dieser Hinsicht kann ich leider auch keine Entwarnung geben. Der Film bietet keinen neuen Zugang für Laien dieser Kunst und das will er mit Sicherheit auch nicht. Die Bilder prasseln auf den Zuschauer ein und überlassen es ihm selbst, wie er mit ihnen umgeht. Es wird weder das Leben von Pina Bausch noch ihre Bühnenarbeit stringent dargestellt, sondern das individuelle Gedenken aller Beteiligten setzt sich zu einem großen Ganzen zusammen und offenbart die zahlreichen Facetten einer Frau und ihrer Kunst. Wie viel Emotionalität darin steckt, muss jeder für sich selber entdecken. In jedem Fall präsentiert Wenders hier wieder einen ästhetischen Hochgenuss – die Blu-Ray Fassung ist sehr zu empfehlen.

Der Effekt dieser Film-Eindrücke hat auch sogleich eingesetzt: Ich gehe tanzen. Zwar nicht auf der Bühne (oder gar an der Stange), dafür aber mit hingebungsvoller Unbeholfenheit. Wir sehen uns auf der Tanzfläche…

[Wer Interesse daran hat, die Filme käuflich zu erwerben und damit gleichzeitig Frag das Kino… zu unterstützen, kann mit einem Klick auf die Bilder die Dvds über amazon bestellen. Ich sage vielmals Danke dafür!]
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