Poison Whiskey – Die Spur des Falken und Vertigo

Die Spur des Falken; Warner Bros. - Vertigo; ColumbiaDer Mittwoch steht seit diesem Semester im Zeichen des Verbrechens. Ich nehme diesen Sommer mit großer Freude an einem Filmseminar zum Thema Detektivfilm teil und möchte meine neu gewonnenen Eindrücke natürlich hier gleich weitergeben. Warum nicht aus dem Vollem schöpfen und den akademischen Input ins Internet streuen? Bevor ich also heute noch zur nächsten Sitzung weiterziehe, präsentiere ich euch hier die ersten beiden Filme aus besagtem Kriminalfilm-Genre. Ich habe mich für die Werke mit den bisher heißesten Diskussionen entschlossen.

Wir gehen chronologisch vor und beginnen selbstverständlich im alten Hollywood der 30ziger und 40ziger Jahre. Die Zeit in der noch ohne Unterlass im Film geraucht wurde und die Whiskeyflasche über den Bartresen rutschte. Damals wurden noch Mythen geboren und Sternchen zu Stars gemacht. Eine dieser Legenden ist auch Humphrey Bogart, der sich als der Mann auf der Box aus Casablanca in der Filmhistorie verewigt hat. Doch bereits kurze Zeit davor, im Jahr 1941, erlebte er seinen Durchbruch und erweckte den Archetyp des ambivalenten Detektiv-Helden zum Leben. In Die Spur des Falken übernimmt er nach zähen Studio-Verhandlungen die Hauptrolle des Sam Spade und begründet damit seinen eigenen Mythos als wortkarger Antiheld am Rande der Gesellschaft. Die Verfilmung des Kriminalromans Der Malteser Falke ist voll und ganz auf Bogarts Rolle zugeschnitten, die Handlung dreht sich ausschließlich um die Ermittlungen des Privatdetektivs Spade. Nach dem eine Frau ihm und seinem Partner den Auftrag zur Beschattung eines gewissen Floyd Thursby gibt, sieht sich Spade kurz darauf in die Mordfälle um den ominösen Thursby und seines Partners verwickelt. Dramaturgie, Figuren, Setting: Alles ist so, wie es das Publikum eigentlich auch heute noch von einem Detektivfilm erwartet. Wer sich also für die Anfänge dieses Genres interessiert, wird um diesen Klassiker nicht herumkommen.

Ich springe jetzt direkt in die späten 50ziger Jahre und damit zu noch einem Hollywood-Urgestein: Alfred Hitchcock. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin kein wirklicher Fan seiner Werke und kenne auch nur einen Bruchteil. Trotzdem sehe ich mich in meiner Filmnerd-Pflicht dazu veranlasst, ihm immer wieder eine Chance zu geben. Im Kontext des Detektiv- und Kriminalsfilms muss man irgendwann ohnehin zu Hitchcock finden. Mit Vertigo hat er 1958 laut eigener Aussage seinen persönlichsten Film gedreht. Das lässt sich nachvollziehen, wenn man um Hitchcocks Hingabe zu Blondinen und dem wiederholt auftauchendem Motiv des Voyeurismus weiß. Vertigo fällt auch ein wenig aus dem Rahmen der klassischen Detektivinszenierung, weil der Film weniger Verbrechen und Korruption ins Zentrum stellt und dafür mehr das Spiel mit der menschlichen Psyche thematisiert. Die Handlung möchte ich hier gar nicht detaillierter aufzeigen – der Zuschauer tut sich meines Erachtens einen großen Gefallen, wenn er vollkommen unbekümmert an diesen Film herangeht. Es sei aber gesagt, dass sich auch hier ein zunächst typisches Detektiv-Szenario mit Beschattungsauftrag für den Hauptdarsteller James Stewart ergibt. Wie runde ich meine Einschätzung zu diesem Hitchcock-Klassiker jetzt präsize ab? Ich stelle die Behauptung auf, dass dieser Film nicht uneingeschränkt unterhalten, aber dafür umso mehr beeindrucken kann. Das soll hier mein Anreiz für die Sichtung dieses Films sein. Fühlt euch herausgefordert.

Jetzt bin ich endlich auch mal dazu gekommen, ein paar Oldies vorzustellen. Ich hoffe, das auch in Zukunft öfter zu tun. Ich bilde mich jetzt erstmal weiter und hab dann nächsten Monat vielleicht schon wieder neue Verbrechen für euch.

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3 Kommentare

  1. „Vertigo“ ist wirklich exzellent, erfordert bei der Sichtung aber doch einiges an Aufmerksamkeit, was aber nicht schlecht sein muss. Toller Film!

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  2. Beides tolle Filme. „Vertigo“ ist super. Mit „Die Spur des Falken“ habe ich mich aber immer ein wenig schwer getan. Da gefiel mir „Tote schlafen fest“ fast schon ein bisschen besser. 😉

    Antwort
  1. Lieblinge der Woche 11/2013 – Hitchcock-Special | Frag das Kino...

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