Mamas Lieblinge – Top 5 der Film-Mütter

FdK_Top FiveEiner der wenigen Pseudo-Feiertage, den ich trotz enormer Medien-Beschallung regelmäßig vergesse, ist der Muttertag. Sonst nehme ich in der Regel jede Möglichkeit wahr, irgendetwas oder irgendjemanden zu zelebrieren, aber dieser eine Sonntag im Mai ging schon oft von mir unbemerkt vorüber. In erster Linie natürlich zum Leidwesen meiner Mutter. Dieses Jahr aber nicht! Bevor ich mir also noch Gedanken über eine passendes Geschenk mache, hier erstmal eine Huldigung an Mütterlichkeit in all ihrer cineastischen Bearbeitung.

5. Die Football-Mom (Sandra Bullock in Blind Side)

Sandra Bullock - Blind Side; Warner Bros.Hinter einem großem Mann steht immer eine große Frau. Oder eben eine überfürsorgliche Mutter. Dieser Typ Mutter ist mit Vorsicht zu genießen, denn hier werden ganz schnell mal die Krallen ausgefahren. Wenn jemandem ihrem Baby zu nahe kommt, hat er ein Problem. Sandra Bullock mimt die Löwen-Mama mit übersensiblen Mutter-Instinkten sehr überzeugend und trotzdem charmant. Dabei sind es nicht in erster Linie ihre eigenen Kinder, die von ihrer Zuwendung profitieren, sondern besonders ein schwarzer, verschlossener Junge von der anderen Seite der Stadt. In ihrer Familie vergisst bestimmt keiner den Muttertag.

4. Die Ersatz-Mama (Jennifer Lawrence in Winter’s Bone)

Jennifer Lawrence - Winters Bone; Ascot EliteVon der weißen Oberschicht zum White Trash. Unter deutlich härteren Bedingungen muss sich Jennifer Lawrence’s Figur um ihre Familie kümmern und ist dabei nicht weniger Löwin als Sandra Bullock. Der Vater ist verschwunden und die Mutter krank – da übernimmt die große Schwester die Elternrolle. Sie tut es mit allem, was dazu gehört: Für die Bildung der Kleinen wird ebenso gesorgt wie für das Essen auf dem Tisch. Auch zwischen Crystal Meth und Jagdgewehren werden Familienwerte hoch gehalten und es ist unglaublich anrührend, wie ihr das gelingt. Kein Wunder, dass Lawrence in Panem einen ähnlichen Charakter bedient.

3. Die Horror-Mutter (Mo’Nique in Precious)

Mo'Nique - Precious; ProKinoWie bemerkenswert diese starken Mütter sind, lernt der Zuschauer sofort, sobald er die Mutter von Precious gesehen hat. Die gesamte Lebensgeschichte des Mädchens ist bitter und schier grausam: Schwer übergewichtig, Analphabetin und vom eigenen Vater vergewaltigt, wodurch Precious selber Mutter von zwei Kindern geworden ist. Allerdings ist der Ausgangspunkt ihres Elends ihre vollkommen verwahrloste Mutter, die alles daran setzt ihre Tochter vollständig zu brechen. Das Erschreckende an Mo’Niques Darstellung ist nicht allein die überwältigende Widerwärtigkeit. Es ist die Menschlichkeit dieser Figur, die zwischenzeitlich aufblitzt, die wirklich unter die Haut geht.

2. Die alleinerziehende Mutter (Helen Hunt in Besser geht’s nicht)

Helen Hunt - Besser gehts nicht; Columbia TriStarNun aber wieder hin zu den positiven Seiten des Mutter-Seins. An sich hatten wir hier schon zwei Mütter ohne Partner an ihrer Seite, aber Helen Hunt muss hier in ihrer Rolle als chronisch-überforderte Mommy besonders hervorgehoben werden. Sie ist nicht perfekt und genau deshalb so liebenswürdig. Immer unter Strom aus Sorge um den kranken Sohn, der wiederum mit dem Temperament seiner Mutter ganz ruhig umzugehen weiß. Genauso bändigt sie auch den Griesgram Jack Nicholson – mit ihrem Mix aus ungefragter Direktheit und aufgeregter Lebenslust. Diese mütterliche Unruhe zeigt sich auch auf filmischer Ebene: Hunts große Momente spielen sich immer auf der Türschwelle ab.

1. Die werdende Mutter (Mia Farrow in Rosemaries Baby)

Mia Farrow - Rosemary's BabyEinen besonderen Platz 1 vergebe ich an Mia Farrow als die wohl tragischste Film-Mutter aller Zeiten. Wer hat schon ein schwereres Los als die Mutter des leibhaftigen Satansbratens? Obwohl sich der Film nur ihrer Schwangerschaft widmet und sie somit gar nicht richtig mit ihrem Kind agieren kann, spielt Farrow ihre heranwachsenden Mama-Qualitäten komplett aus. Sie will Mutter sein! Das treibt den allwissenden Zuschauer natürlich in den Wahnsinn und genau deshalb funktioniert Roman Polanskis Suspense-Horror so hervorragend. Sie entwickelt sich vom Naivchen zum Psychowrack und zweifelt dabei aber nie an ihrer Bestimmung zur Mutter ihres Babys. Und wenn sie dafür durch die Hölle gehen muss!

Beim Zusammenstellen dieser Top 5 ist mir aufgefallen, dass auch in Hollywood die Mütter hoch im Kurs stehen: Drei der Damen haben einen Oscar für ihre Mutter-Rollen erhalten. Keine schlechte Bilanz und in meinen Augen auch absolut zurecht. Lasst es uns also nicht vergessen: Am 13. Mai ist Muttertag!

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