I’m Like A Bird – Into The Wild und The Beach

Into The Wild, The BeachPraktischerweise fiel der diesjährige Tag der Erde auf einen Sonntag, so dass ich ihn tatsächlich zelebrieren konnte. Selbstverständlich habe ich das getan, indem ich eine passende Filmauswahl getroffen und dazu rein biologische Kekse in Kombination mit Fair-Trade-Kaffee genossen habe. Mein fauler Sonntag wurde also ein cineastischer Nachmittag im Zeichen des Earth Days, woran ich euch jetzt natürlich auch teilhaben lassen muss.

Es fiel mir gar nicht so leicht, Filme zu finden, die in meinen Augen tatsächlich eine Verbindung zu unserem Planet und dessen Erhaltung thematisieren. Dokumentationen habe ich gleich mal ausgeschlossen. Das wäre irgendwie zu einfach gewesen, kleine, süße Tiere anzuschauen und dadurch das Gefühl zu bekommen, ein Naturfreund zu sein. Nein, nein, so bitte nicht. Opulente Katastrophenfilme waren mir dagegen wieder zu unemotional. Die Welt muss ja nicht gleich untergehen, damit ich merke, wie ernst es um sie bestellt ist. Wo sollten mich die Filme also hinführen? Ich bin schließlich als Erstes bei Sean Penns Literaturverfilmung Into The Wild gelandet. Hierbei handelt es sich um ein stellenweise sehr ruhiges Portrait des Aussteigers Christopher McCandless (Emile Hirsch), der sich nach seinem Studium von den gesellschaftlichen Normen verabschiedet und in Alaska ein Eremitenleben beginnt. Nicht unbedingt spannender Filmstoff, aber dank den stimmungsvollen Naturbildern ein faszinierendes Kinoerlebnis. Die Handlung wird angetrieben von den tiefgründigen Selbstreflexionen des jungen Einsiedlers, der in Tagebüchern alle Gedanken festgehalten hat, die ihn zu seinen Handlungen motiviert haben. Man muss ehrlich sein und sagen, dass der Zuschauer eben das bekommt, was er vermutlich auch von so einem Film erwartet: Hochglanz-Offroad-Romantik mit nachdenklichem Grundton. Wenn man aber bereit ist, sich darauf einzulassen, wird man Penn und Hirsch reich belohnt.

Direkt im Anschluss fiel mir ein Film in die Hände, der die Idee des Lebens außerhalb der Gesellschaft wiederum ganz anders aufgreift. The Beach erzählt ebenfalls die Geschichte eines jungen US-Amerikaners, der dem angepassten Leben entfliehen will und auf ungewöhnliche Weise die Möglichkeit dazu in Thailand bekommt. Richard Fischer (Leonardo DiCaprio) fällt eine Karte zu, die ihn zu einem geheimen Strand führt, abseits der Touristenströme und auch sonst weit weg von allem. Allerdings ist es hier kein einsamer Wolf, sondern er nimmt noch ein französischen Pärchen (Virginie Ledoyen und Guillaume Canet) mit auf die Reise. Die Idee ist zwar irgendwo die gleiche, die Ausführung aber ganz anders. Der Aspekt der Einsamkeit und des Überlebenskampfes entfällt vollkommen. In Danny Boyles Werk findet sich eine ganze Aussteiger-Mannschaft zusammen, die eine Urlaubsanlage errichten für Leute die keine Urlaubsanlagen mögen. Warum ich diese Aussteiger-Szenarien in den Kontext des Earth Days stelle, liegt daran, weil das Aussteigen immer damit verbunden ist die unberührte Natur zu erreichen. Sei es nun Alaska oder ein thailändischer Strand – an diese Orte knüpft sich die Hoffnung auf inneren Seelenfrieden. Die Nähe zur Ursprünglichkeit und vor allem die Ferne von der Zivilisation sind das Ziel der Reise.

Obwohl ich ganz und gar nicht von dieser Filmromantik des unberührten Lebens in der Wildnis angesprochen werde, mag ich die Motivation, die dahintersteht. Dem Menschen geht es besser, wenn er sich der Natur nähert. Es muss nicht gleich in der Radikalität eines Selbstfindungstrips münden, aber vielleicht in einem geschärften Bewusstsein für unseren heimischen Planeten. In diesem Sinne: Happy Earth Day!

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4 Kommentare

  1. Into the Wild werde ich mir irgendwann einmal ansehen. The Beach war irgendwie – wie soll ich sagen – merkwürdig. Am besten war da vll. noch die Super Mario Szene oder whatever das sein sollte. Ansonsten empfand ich den Film als eine unangemessene Verschwendung meiner Lebenszeit.

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  2. „Into the Wild“ fand ich ja grandios. Selten hat mich ein Film bei der Erstsichtung so gepackt. „The Beach“ hat mir damals auch gut gefallen, doch liegt die letzte Sichtung schon wieder viel zu lange zurück um etwas treffenderes darüber zu sagen…

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  3. Beides sehr tolle Film, obwohl mir „Into the Wild“ ein bisschen mehr zugesagt hat als „The Beach“. Trotzdem beides tolle und vor allem sehenswerte Film. In diesem Sinne, wenn auch verspätet: Happy Earth Day.

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  4. Ich hatte schon die leise Vermutung, dass „Into the Wild“ mehr Zuspruch finden wird. „The Beach“ begeistert nicht so nachhaltig, wenn er denn überhaupt begeistert. Aber genau den Kontrast, der sich zwischen beiden Filmen auftut, fand ich nach der sonntäglichen Sichtung so spannend.

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