Shut Up And Drive – Drive & Death Proof

DriveHeute gibt es mal eine ganz aktuelle Filmempfehlung von mir. Ich durfte bereits vor zwei Wochen den schon sehnlichst erwarteten neuen Film mit Ryan Gosling in einer Sneak-Preview sehen und möchte meinen Eindruck dazu natürlich passend zum aktuellen Kinoprogramm  hier weitergeben. Ich habe Drive schon sehr lange entgegen gefiebert und war dementsprechend euphorisch als ich ihn bereits früher als erwartet genießen durfte. Um aber nicht ganz aus meiner Art zu fallen, kombiniere ich meine brandaktuelle Review mit Tarantinos Death Proof und widme mich thematisch den wohl heißesten Teufelskerlen auf vier Rädern.

Meine Erwartungen waren hoch, sehr hoch an das Werk des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn, nachdem mich der Trailer schon total angefixt hatte und die Kritikerstimmen auch ziemlich überschwänglich waren. Gleich vorweg: Ich wurde nicht enttäuscht. Schon zu Beginn macht die Anfangssequenz seinem Titel alle Ehre und der Driver (Ryan Gosling) ist in voller Aktion. Von da an beginnt sich die Handlung um den Protagonisten sehr ruhig zu entwickeln, wobei vor allem die aufkeimende Liebesbeziehung zu seiner Nachbarin (Carey Mulligan) im Vordergrund steht. Der Zuschauer wird direkt in das Auto und damit in das Geschehen geworfen und bekommt auch im weiteren Verlauf nicht viele Informationen an die Hand. Das liegt vor allem an der Schweigsamkeit der Figuren. Die düstere Stimmung des Films überträgt sich in erster Linie durch das meisterliche Spiel mit Licht und Schatten: Settings werden von einzelnen Lichtpunkten eingerahmt und die Schauspieler sind oftmals gezwungen aus dem Dunkel „heraus zu spielen“. Die Kamera ist dabei niemals unbeteiligt. Sie schleicht sich an, sie blickt um die Ecke, sie zoomt rein. Ein stilistischer Genuss, untermalt mit dem perfekten Soundtrack. Ach, ich komme ins Schwärmen. Ein kleines Manko habe ich dann aber doch: Ryan Gosling überzeugt mich als wortkarger und stoischer (Anti-) Held nicht zu 100%. In seinen emotionalen Rollen, wie z.B. in Blue Valentine, hat er die Leinwand deutlich mehr zum glühen gebracht und seine Darstellungskünste mehr entfalten können.

Der Meister himself, Mr. Quentin Tarantino, hat in seinem Best-of-2011 Drive lediglich als “Nice Try” abgestempelt. Autsch. Insofern ist es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in seinem Sinne, dass ich seinen Film Death Proof – Todsicher aus dem Jahre 2007 in den direkten Vergleich stelle. Allerdings möchte ich beide Filme genau deshalb in einem Atemzug erwähnen, weil der Kontrast zwischen beiden nicht größer sein könnte. Und trotzdem greifen sie irgendwie perfekt ineinander. Sie teilen sich das oDeath Proof - Todsicherffensichtliche Motiv „ein Mann und sein Auto“ – Stuntmänner unter sich. Tarantino war ja noch nie ein Mann der wenigen Worte, insofern glänzen seine Figuren auch immer durch ausgefallene Dialoge. Im Großen und Ganzen gilt: Was in Drive zu wenig gesagt wird, wird in Death Proof überartikuliert. Beide Filme an einem Abend ist nur was für Mutige. Als bloßer Zuschauer wird man von einem Extrem ins andere geworfen und danach versteht man die Welt nicht mehr. Kurt Russel besitzt allerdings die unangefochtene Leinwand-Coolness, die es braucht, um sich im Tarantino-Universum mit Frauen anlegen zu dürfen. Allein deshalb lohnt sich das ganze Spektakel schon.

Wofür sich Winding Refn und Tarantino aber mal wirklich die Hand reichen können, ist zur Erzeugung der besten WTF-Momente der Filmgeschichte. Der Ausruf „WTF, Alter! W-T-F!“ rutscht garantiert jedem zu gegebener Zeit mal raus. Tut euch also selber einen Gefallen: Geht ins Kino!

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2 Kommentare

  1. „Death Proof“ hat mir so gar nicht gefallen! Also so überhaupt nicht. Dafür freue ich mich auf „Drive“ umso mehr!

    Antwort
    • Ja, das kann ich verstehen. In meinem Bekanntenkreis gab es auch sehr heftige, ablehnende Reaktionen auf den Film. Er ist nunmal speziell.

      Antwort

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