Bye Bye Bye – E.T. und Armageddon

E.T., Armageddon

Ich werde verlassen. Und zwar ziemlich häufig. Zurzeit muss ich einige Abschiede betrauern und noch dazu auf ganz unterschiedlichen Ebenen: eine liebe Arbeitskollegin verlässt das Team und zwei Freundinnen (inklusive meiner BFF) gehen zum Studieren ins Ausland. Nur ich bleibe an Ort und Stelle. Welch Tragik. Trotz der Masse an Abschieden, die ich aktuell durchlebe, habe ich im realen Leben noch nie einen wirklich „schönen“ Abschied mitgemacht. Mit „schön“ meine ich sentimental, bewegend, herzergreifend. Nicht so verkniffen, mit Auf-den-Rücken-Klopfen und dem Satz „Du bist ja nicht aus der Welt.“ Es ist traurig, verdammt nochmal! Deshalb muss ich mal wieder in die Filmkiste greifen…

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Meiner unbewusst getroffenen Film-Wahl kann ich selber entnehmen, dass ich Abschiede offenbar besonders dramatisch finde, wenn es ab ins Weltall geht. Die Aussicht auf Rückkehr ist da schließlich auch ziemlich gering. Das weiß auch der kleine Elliot und sein Abschied von E.T. ist ebenso legendär wie rührend. Hier ist das richtige Maß gefunden worden. Es ist ein würdevoller Abschluss für die Geschichte des kleinen Außerirdischen. Die Höhen und Tiefen während seines kurzen Aufenthalts auf der Erde hat die großen wie kleinen Zuschauer mit Sicherheit schon genug mitgenommen, so dass die Verabschiedung eigentlich nicht mehr viel braucht, um zu Herzen zu gehen. Steven Spielberg hat seiner kleinsten Schauspieler immerhin schon einen Riesenschreck eingejagt: Einer Dokumentation zufolge war die siebenjährige Drew Barrymore  in Tränen aufgelöst, als sie den kranken E.T. gesehen hat, weil sie wirklich Angst hatte, dass er sterben könnte. Nachdem ich den Film das erste Mal als Kind gesehen habe, war ich so enttäuscht darüber, dass E.T. im Raumschiff verschwindet, dass ich mich sehr lange geweigert habe, das Ende nochmal zu sehen. Deshalb habe ich die zweite Hälfte des Films nur halb so oft gesehen wie den Anfang.

Besonders schlimm sind Abschiede natürlich immer, wenn die Menschen sterben. Letzte Worte am Totenbett sozusagen. In die Kategorie gehört auch Armageddon. Bruce Willis stirbt den Helden-Tod und bekommt dabei noch Gelegenheit sich bei seiner Film-Tochter Liv Tyler zu verabschieden. Hier kann von Maß gar keine Rede sein: Die Tränen fließen unaufhaltsam. Obwohl ich keine Katastrophenfilme und auch Michael Bay nicht sonderlich mag, gab es auch bei mir an dieser Stelle kein Halten mehr: Wieso Bruce? Wieso? Lass doch Ben Affleck das machen, die Liv findet einen Neuen. Tu es nicht! Ich kann es aber auch gut verstehen, wenn nicht jeder die gleiche Anteilnahme zeigt wie ich. Denn zugegebenermaßen ist diese Verabschiedungsszene schon ziemlich „over-the-top“. An Pathos ist die Rede von Bruce Willis kaum zu überbieten und das wird auch noch voll ausgekostet. Es geht nicht heroischer. Wäre es nicht Bruce, würde es mich mit hoher Wahrscheinlichkeit total kalt lassen. Aber so…

In Zeiten von facebook & Co. sind Abschiede nur noch Formalie. Theoretisch kann jeder am Leben des Anderen 24/7 teilhaben. Kritische Stimmen mögen da vielleicht ihre Zweifel haben, aber seien wir doch mal ehrlich: Das soziale Netzwerk hat das Lebewohl gekillt. Außer es geht ins Weltall.

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4 Kommentare

  1. Hachja, „E.T.“ – immer noch großartig. Hat mich als Kind so mitgenommen, wie kein zweiter Film. Heute geht es. Einigermaßen. „Armageddon“ dagegen habe ich bisher nur einmal im Kino gesehen. Damals als Teenager – und da durften natürlich keine Gefühle gezeigt werden. Insofern habe ich ihn wohl nur verfälscht in Erinnerung… 😉

    Schönes Schlusswort übrigens.

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  2. Ach du Arme!!! Aber ich kenn das, wenn sie alle zum Studieren ins Ausland abhauen und man allein die Stellung halten muss. Bei so einer Stimmung sind ja „E.T.“ und „Armageddon“ wirklich schmerzhafte Filme. „E.T.“ ja sowieso, da kommt nichts gegen an. „Armageddon“ habe ich damals im Kino gesehen und war auch schwer angegriffen von diesem Ende. Der arme, gute Bruce Willis. Und wenn sie dann bevor die Rakete losgeht, alle noch „I’m Leaving On A Jetplane“ singen, wird aus diesem Actiongeballer auch ein wenig Melodrama.

    Antwort
    • Schmerzhaft, aber auch befreiend. Katharsis und so. Wenn ich schon bei den Abschiedspartys nicht heulen darf wie ein Schlosshund, dann muss Bruce leider nochmal dran glauben.

      Antwort

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