Heal The World – Blood Diamond und Lord of War

Blood DiamondSo, bevor es morgen tatsächlich weihnachtet und die Familie einfällt, nutze ich noch die etzten ruhigen Minuten für einen Beitrag. Es ist bekanntermaßen auch jetzt die Zeit, zu der man nicht immer nur an sich denken soll, sondern auch an seine Nächsten. Gott sei Dank lässt uns das Fernsehen das auch nicht vergessen. Spendenaufrufe überall. Inzwischen sind es nicht mehr nur die traurigen Kinderaugen der Sternstunden, die um Hilfe bitten – der Hundeprofi Martin Rütter holt auf VOX die Welpen zum Geld sammeln raus. Ich selber wurde auch wieder von UNICEF und den SOS Kinderdörfern mit Weihnachtskarten eingedeckt. Das ist an sich ja alles nicht verkehrt. Hier soll Wohltätigkeit auf keinen Fall in Frage gestellt werden. Aber diese Dauerpenetration der Tränendrüsen zur Weihnachtszeit hinterlässt immer so einen grauenvollen Beigeschmack. Muss es denn immer so rührselig sein? Kann man auf das Elend der Welt nicht mal ohne Klavieruntermalung hinweisen? An sich ist es doch schon traurig genug, oder nicht? Muss da wirklich immer noch nachgeholfen werden? Daher sind hier mal zwei Filme, die wirklich zum Nachdenken anregen und zwar ohne dabei jemals in Tränenfluten zu ertrinken.

Ich muss vielleicht gleich mal eingestehen, dass auch für mich gilt: „Diamonds are a girl’s best friend.“ Das ist so ziemlich die dümmste Einleitung, die man wohl für Blood Diamond machen kann, aber ich bin wenigstens ehrlich. Seitdem ich allerdings diesen Film gesehen habe, bewundere ich die Tiffany’s-Schaufenster schon nicht mehr ganz so enthusiastisch. Es ist wirklich so: Was du nicht weißt, macht dich nicht heiß. Leonardo DiCaprio hat mir meine unbeschwerte Unwissenheit geraubt. Er ist der unbestrittene Star des Films und verkörpert wider Erwarten seines Images einen cleveren, aber auch skrupellosen Diamantendealer, der sich am Ziel seiner Träume wähnt als sich ihm die Möglichkeit bietet, den womöglich größten und reinsten Stein in seinen Besitz zu bringen. Auf dem Weg dahin müssen er und das Publikum sich der Gewalt und dem Elend stellen, die in afrikanischen Staaten den Alltag beherrschen. Dazu gehören politische Unruhen, Kindersoldaten und Flüchtlingslager. Es ist ein in sich geschlossenes Bild der Grausamkeiten, das Regisseur Edward Zwick überaus präzise im Verlauf der spannenden Story zusammensetzt. Dabei verliert er allerdings seine Figuren nie aus den Augen und mit DiCaprio in Begleitung von Djimon Hounsou und Jennifer Connelly  bekommt das Publikum ein wirklich hervorragendes Dreigestirn an die Hand.

Ein ebenso grandioses Schauspieler-Ensemble findet sich in Lord of War zusammen. Angeführt von Nicolas Cage und Jared Leto portraitiert dieser Film das Leben und Schaffen eines Waffenhändlers. Das besondere daran ist aber vor allem, dass die Geschichte konsequent aus der Perspektive des „Händlers des TodeLord Of Wars“  erzählt wird. Wir müssen uns als Zuschauer also mit dem vermeintlichen Bösewichts des Films irgendwie anfreunden. Das allein kratzt schon an den moralischen Richtlinien. Was hingegen bei diesem Film viel dramatischer ist, als der Film an sich, ist das Making-Of. Die Fakten, die da genannt werden, lassen mich schlucken: Das Flugzeug, das im Film Waffen nach Afrika transportiert, ist tatsächlich von einem Waffenhändler gemietet worden. Die 3000 Kalaschnikows, mit denen Cage handelt, sind tatsächlich echt, weil sie billiger waren als Replikate. Welch ein Horror! Abgesehen von den schier unglaublichen Ausmaßen des Waffenhandels, greift der Film entsprechend zu Blood Diamond auch die Probleme Afrikas auf und ist dabei ebenso direkt. Es gibt da eben nichts zu beschönigen.

Die festliche Stimmung soll jetzt bitte nicht komplett in den Keller rutschen. Ganz ehrlich: Ob nun zu Weihnachten oder im Hochsommer – diese Filmen verlieren nie ihre Brisanz und ich kann gut verstehen, wenn man bei Lebkuchen und Glühwein darauf einfach mal keinen Bock hat. Deshalb wünsche ich jetzt ohne Umschweife schöne Feiertage und ein besinnliches Fest! Frohe Weihnachten!

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Ein Kommentar

  1. „Blood Diamond“ fand ich auch exzellent. „Lord of War“ steht bei mir immer noch auf der Liste der ungesehenen Filme. Sollte ich wohl mal dringend nachholen.

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