Let It Snow – Das Ding und Fargo

Das DingNach einer ausschweifenden Weihnachtsfeier, von der ich mich erst noch kurieren musste, bin ich heute wieder bereit für neue Filmbesprechungen. Wobei das Wetter so ziemlich meinem körperlichen Zustand entspricht: Grau, matschig, nass. Tief Joachim vermiest einem ganz schön die Laune. Der Countdown läuft – nur noch eine Woche und es ist so gar nicht festlich draußen. Wo ist die Kälte, wo ist der Schnee? Nicht nur für Wintersportler ein grausamer Zustand, auch für mich immer wieder eine Qual bei gemütlichen 6°C Grad über den Weihnachtsmarkt zu laufen. Kein Knirschen unter den Stiefel, keine kalte Nase, keine Stimmung. Wie ätzend. Da kann mal wieder nur das Kino helfen. Hier meine beiden Favoriten für Zu- warme-Wintertage.

Wie meinem Beitrag zum Movie Monday schon zu entnehmen war, habe ich mir erst zuletzt Das Ding aus einer anderen Welt angesehen. Meine Motivation um diesen Film einzuschieben, war tatsächlich das Setting, in dem sich die Handlung abspielt. Die Antarktis – Schnee noch und nöcher. Da wird man wirklich nicht enttäuscht. Bereits bei der Eingangsszene, in der ein Huskey durch die weiße Landschaft von einem Hubschrauber verfolgt wird, beginnt man schon zu frieren. Die einsame, kalte Weite ist im Laufe des gesamten Films immer wieder Hauptakteur und scheint sich auch gegen die Geschehnisse zu wehren. Schließlich ist es ein Sturm, der die Situation zum Höhepunkt des Films so besonders unangenehm macht. Was mir aber immer besondere Freude bereitet, ist ganz klar Kurt Russell als tonangebender Hubschrauberpilot. Dank ihm muss ich mir einfach keine ernsthaften Sorgen machen und kann das Spektakel genießen. Ob das jetzt die erwünschte Wirkung beim Publikum ist, bleibt anzuzweifeln. Trotzdem ist die Botschaft von Anfang an deutlich: Wenn du dich an Russell hältst, kannst du überleben. Während alle anderen noch fragen, was das für ein Ding ist, hat er es schon verbrannt. Zu dumm, dass es seine Forscherkollegen nicht zu würdigen wissen. Zu dumm für sie…

Ebenfalls von seiner erbarmungslosen Winterlandschaft sehr geprägt ist Fargo, das Meisterstück der Coen-Brüder aus 1996. Hier befinden wir uns im Bundesstaat Minnesota der U.S.A., der sich durch zwei Merkmale auszeichnet: Seinen eiskalten Winter und seine überhöflichen Bewohner. Diese Kombination begründet den einzigartigen Charme dieses Films. Wie eigentlich immer bei den Coens sind es die wundervoll verschrobenen Figuren, denen durch ein herausragendes Schauspieler-Ensemble Leben eingehaucht werden, die die Handlung dominieren. In diesem Fall kann ich keinen ChFargoarakter dem anderen vorziehen. Sie sind einfach alle so genial! Dafür kann ich ganz klar sagen, welche Szene mich jedes Mal total packt. Die Autokontrolle mit Steve Buscemi und Peter Stromare in der nächtlichen Einöde ist mit einem perfekten Timing gesegnet, weshalb man nie müde wird diese mörderische Sequenz zu verfolgen. Der Schnee ist hier wie ein unerbittlicher Speicher, der alles in sich aufnimmt (Fußspuren, Blut, Geldkoffer) und im Endeffekt als alleiniger Sieger dasteht. Nur Frances McDormand als „Schneekönigin“ kann dem Eis sein Wissen entlocken.

Nach diesen beiden tiefverschneiten Schauplätzen hat sich meine Winter-Sehnsucht nur noch verstärkt. Aber das Rodeln zu Weihnachten kann ich mir wohl abschminken. Seufz. Muss ich mich wohl noch bis Januar gedulden, oder was sagt der Wetterbericht?

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Ein Kommentar

  1. Zwei fantastische Filme. Jeder so auf seine Art. Filme mit Schnee-Setting mag ich sowieso gerne. Gibt ja noch eine Menge 🙂

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